09/12/18 - Toxpack Drucken E-Mail
Freitag, 18. Dezember 2009 um 00:00 Uhr


Mit einem neuem Album im Gepäck, dem neuen Label „People like You“ im Rücken und einer stetig wachsenden Fanschar vor sich rief die Berliner Streetcore-Formation Toxpack zur Recordreleaseparty. „Epidemie“ heißt die wirklich starke Scheibe und sollte nun gebürtig gefeiert werden, auch wenn das eigentliche Album Release schon fast zwei Monat her war.

Den Anfang an diesem kalten Freitagabend machte das Rostocker Trio Die Bonkers.
Bis dato leider immer verpasst auf den Festivals der deutschen Lande, konnten sie mich vom ersten bis zum letzten Ton komplett fesseln. Humorvolle Texte, geiler Sound, fette Typen. An sich kann man es dabei belassen. Wahrlich ein Spaß und jedem nur wärmstens ans Herz zu legen. Auch wenn man die Songtexte kein Stück kennt, so wusste man spätestens nach dem ersten Refrain was man der Band entgegen zu brüllen hat. Als zweite Band des Abends gab es So fucking What.

Wer wie ich mit Metallica, Anti-Nowhere-League oder anderen Bands rechnete, lag erst mal vollkommen falsch. Die Country-Stiefel wurden hier ausgepackt, man spielte coolen Countryrock, wobei nicht nur der Drummer den ganzen Abend saß. Die Gitarristen hockten gemütlich auf ihren Barhockern und spielten ihr Set runter. Auch wenn man nicht so sehr punkten konnte, wie die Rostocker vorher. Highlight war hier, dass eigenwillige und sehr interessante Motörhead-Cover „Overkill“. Der Großteil der zahlenden Gäste nutzte diese Band eher um sich an der Theke voll laufen zu lassen, ähnlich wie der Autor.
Nun wurde es Zeit für einen deftigen Hochkaräter.
Freunde des gepflegten Pogos, Mitgröhlens und Tanzens sangen lauthals „You’ll never walk alone“, während der Holland-Vierer Discipline die Bühne betrat. Joost und seine Mannen zeigten mal wieder, wie man ohne großen Schnörkel eine Halle in kurzer Zeit zum Ausrasten bringen kann.
Mit dem wiedergenesenen Erik an der Leadklampfe klang man doch bei weitem wieder mehr „wie früher“ als es vor ein paar Monaten noch in Dortmund der Fall war. Ein typischer Discipline-Gig, bei dem es an nichts mangelte. Bei „Everywhere we go“ sang Schulle mit, was aber leider auch schon das einzige Highlight bei dem Auftritt der PSV-Anhänger war.  Ein guter Auftritt, auch wenn man seit zwei Jahren dieselben Songs spielt. Kann man nur drauf hoffen, dass man endlich mal wieder eine neue Langrille einschustert und so die Setlist ordentlich ändert.

Sah man beim Abgang der Holländer auf die Uhr stellte man erbost fest, dass man tatsächlich es schaffte den Zeitplan nicht nur einzuhalten sondern gar 30min schon rausholte. Früher heim also? Egal.. denn nach dem Intro standen Toxpack auf der Bühne und knallten ein derbes Brett durch die Boxen. Mit Songs aus allen(!!!) Toxpack-Schaffensphasen überraschte man die Fanmeute, wobei man sich aber dennoch auf das neue großartige Werk Epidemie konzentrierte. Ganz so konzentriert wie sonst war Tommi an diesem Abend leider nicht. Gegeben falls lag die heutige Nervosität am heimischen Publikum, überraschend viele Verspieler gab es diesmal leider. Sehr ungewöhnlich für ihn. All dies tat der Stimmung keinen Abbruch, wobei die Stimmung in Berlin sehr eigenwillig war. Vom Balkon aus beobachtend, sah ich mehr Leute rumstehen und biertrinkend zuhören als abgehen. Ganz verstehen konnte ich dies nicht, denn die Berliner bewiesen mal wieder, was für eine großartige Liveband sie sind. Jedenfalls gaben die Jungs über 75min alles, spielten Songs wie „Toxpack“, „Rebell der Großstadt“ oder das rebellische „Aufstehen“ und reduzierten ihre Ansagen wie so oft auf das Nötigste. Wie so oft ließ man Musik sprechen. Einen besseren Jahresabschluss kann man sich fast nicht wünschen.

Der Abend wurde dann noch bitter böse begossen, wobei einige erst gegen 8h heim kamen. Nen Wunder das ich mich überhaupt noch an den Abend erinnern kann!

Euer Tiz

 

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Aktualisiert ( Donnerstag, 04. Februar 2010 um 15:26 Uhr )